Protestaktion
Lautstark für die Pflege: der ASB Regionalverband Ostbrandenburg e. V. beteiligt sich am Protest gegen die geplante Pflegereform
Hupen, Trillern, Plakate und eine klare Botschaft: Pflege darf nicht kaputtgespart werden.
Frankfurt (Oder) hat am 26.08.2026 bereits zum zweiten Mal ein deutliches Zeichen für die Pflege gesetzt. Auf Initiative der Hauskrankenpflege Sonnenschein GmbH beteiligten wir uns an der Protestaktion gegen die geplante Pflegereform. Mit einem Autokorso machten Pflegekräfte, Mitarbeitende und Unterstützerinnen und Unterstützer auf die Situation in der Pflege aufmerksam.
Die Botschaft war unüberhörbar: Wir lassen die Pflege nicht still und leise verkommen.
Mit Hupen, Trillerpfeifen und lautstarkem Protest zog der Autokorso durch Frankfurt (Oder). Was nach außen vielleicht nur nach Lärm aussah, hatte einen ernsten Hintergrund: Hinter jeder Pflegestatistik stehen Menschen – pflegebedürftige Menschen, Angehörige und diejenigen, die tagtäglich dafür sorgen, dass Versorgung funktioniert.
Pflege ist keine Sparmaßnahme
Die Pflegeversicherung steht zweifellos vor großen finanziellen Herausforderungen. Die Bundesregierung geht davon aus, dass ohne Reform bereits 2027 ein Milliardenloch entstehen könnte. Genau deshalb braucht es Veränderungen.
Aber die entscheidende Frage lautet: Wer trägt die Folgen?
Aus unserer Sicht darf eine Reform nicht vor allem dort ansetzen, wo die Auswirkungen unmittelbar bei pflegebedürftigen Menschen, ihren Familien und den Pflegekräften ankommen.
Schon heute ist Pflege für viele Familien eine enorme Belastung. Pflegebedürftige Menschen müssen häufig erhebliche Eigenanteile tragen. Angehörige übernehmen einen großen Teil der Versorgung und stoßen dabei nicht selten an ihre persönlichen und finanziellen Grenzen. Gleichzeitig kämpfen Pflegeeinrichtungen mit steigenden Kosten, Fachkräftemangel, zunehmender Bürokratie und einem wachsenden Versorgungsbedarf.
Wenn genau in diesem System weiter gekürzt oder Leistungen eingeschränkt werden, wird Pflege nicht attraktiver – sie wird zum Hindernis.
Die Protestaktion hat gezeigt, dass Pflegekräfte eine Stimme haben – und dass sie bereit sind, diese Stimme zu erheben.
Denn Pflege ist keine Arbeit, die man einfach beliebig reduzieren kann. Wenn eine Pflegekraft weniger Zeit hat, bekommt ein Mensch weniger Zeit. Wenn ambulante Angebote wegfallen, stehen Angehörige plötzlich alleine da. Und wenn Pflegeeinrichtungen wirtschaftlich immer stärker unter Druck geraten, spüren das am Ende diejenigen, um die es eigentlich gehen sollte: die Menschen, die auf Pflege angewiesen sind.
Der ASB Regionalverband Ostbrandenburg e. V. steht für eine Pflege, die menschlich, professionell und zuverlässig ist. Dafür setzen wir uns ein – jeden Tag in der täglichen Arbeit und, wenn es notwendig ist, auch laut auf der Straße.
Denn Pflege ist keine Nebensache. Pflege geht uns alle an.


